Theater am Nestroyhof Hamakom, Salon5, Regie: Karl Baratta
Asylsuchende berichten von den Lebensbedingungen in ihrer Heimat
2014/15 wurde die zeitkritische Performance „Bad Luck“ vom National Theatre of Iraq uraufgeführt. Acht zentrale Fragen an die Darsteller führten den Zuschauer durch einen Abend, der den Alltag und die Gedanken von Menschen in Bagdad im Ausnahmezustand widerspiegelt. Ungerührte, alltägliche Fragen, die unter dem Damoklesschwert von Tod und Zerstörung neue Bedeutung erfahren haben und zu sehr persönlichen, überraschenden Antworten führten. Im Februar 2016 wird badluck von Karl Baratta und Natascha Soufi in Koproduktion mit Salon5 und Theater Nestroyhof Hamakom in Wien und in anderer Form weiterentwickelt.
Es war Zufall und sicher kein Pech, dass im Herbst letzten Jahres Initiatorin Natascha Soufi und der Dramaturg und Regisseur Karl Baratta mit zwei mittlerweile geflüchteten Schauspielern der Originalbesetzung von „Bad Luck“ in Wien zusammentrafen. Glücklich auch der Umstand, dass in Christian Mair von Salon5 und Frederic Lion vom Theater Nestroyhof Hamakom bald Unterstützer für das geplante Projekt gefunden werden konnten.
Im Rahmen der theatralen Verabredung von badluck fragen die mitwirkenden Asylsuchenden einander unter anderem nach den konkreten Erlebnissen, die zu ihrer Flucht geführt haben. Es entsteht einen Freiraum für eine persönliche Bestandsaufnahme der Ereignisse, ein nicht offizielles Sprechen abseits vorgefasster Meinungen und medialer Erwartbarkeit. 
Die Asylsuchenden berichten von ihren letzten Tagen und Wochen in Syrien und dem Irak, unterstützt von eigenen Handyvideos und Fotos. Den roten Faden bilden die ursprünglichen Fragen der erfolgreichen Performance „Bad Luck“ des National Theatre of Iraq von 2014/15. Die DarstellerInnen werden mit Fragen konfrontiert, wie „Was machst du, wenn das Handy deiner Freundin schweigt?“, „Wie möchtest du sterben?" oder „Was wirst du Gott erzählen?“. Ihre Antworten geben die eigenen disparaten Erfahrungen wieder. 
Ein Schauspieler und ein Filmemacher beschreiben die durch Bombenanschläge unterbrochene Theaterarbeit in Bagdad undzitieren Szenen aus dem Originalstück.Geschäftsleute und JournalistInnen aus Syrien steigen in die Struktur der Selbstbefragung ein, stellen sich auf die imaginäre Bühne von badluck. Auch ihre Antworten sind Ausdruck eigener disparater Erfahrungen.

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